Der vom Auslober vorgesehene Gestaltungsbereich umfaßt die Verkehrswege, die den Neu- und Umbau der Polzeidirektion Heidenheim erschließen. Dazu gehören der Vorraum der neuen Schießanlage, die Treppenanlage, sowie der Flur, über den das bereits bestehende Gebäude angeschlossen ist.
Alle Räume befinden sich im Untergeschoß der Gebäude und erhalten kein direktes Tageslicht. Indirekt wird lediglich durch ein Oberlicht die Treppenanlage mit Tageslicht aufgehellt.

Gestaltungskonzept

Grundlagen

Mit der Einrichtung der Raumschießanlage erhält die Polizei eine der modernsten, durch neue Medien gestützte Trainings- und Ausbildungsanlagen. Während das eigentliche Schießtraining nur etwa 20 - 30 % der Raumnutzung ausmacht, besteht die wesentliche und für die Gestaltung entscheidende Funktion des Raumes darin, mit Hilfe von Videobeams, simulierten Szenerien und Rollenspielen realistische Trainingssituationen zu erzeugen. Damit soll sowohl das psychologische als auch das körperliche Reaktionsverhalten individuell geschult werden.
Vorallem unterstützt durch den Einsatz moderner Videotechnik, können reale Konfliktsituationen simuliert und für das Training wiederholt eingesetzt und analysiert werden. Damit erhält die mediale Wirklichkeit faktisch wirksamen Charakter.
Diese mediale Verdinglichung hat mich umgekehrt zu der Überlegung verdinglichter Medien als Passage geführt. Schnittstelle für beide Ansätze ist - auch im aktuellen technischen Film- und Fernseheinsatz - das Blue-Box-Verfahren, über das verschiedene Filmwirklichkeiten realzeitlich ineinander montiert werden können.

Gestaltung

Für meine Gestaltung wurden alle zur Verfügung stehenden Räume in das Konzept einbezogen. Es wurde ein Filmdrehbuch erarbeitet, das in Vorwegnahme und Reflexion der zu trainierenden Szenen umfangreiches Zitatenmaterial aus signifikanten Spielfilmen (Blade Runner, Der unsichtbare Aufstand, Stammheim, Red Heat) bruchlos – also als neue Szene – montiert.
Dieser Text wird, beginnend links vom Eingang in die Anlage auf die Wände des Vorraumes gesetzt und, strukturiert und rhythmisiert durch senkrechte Farbfelder, zu einer komplexen räumlichen Passage gestaltet. Eingeleitet, abgeschlossen und räumlich akzentuiert wird der Textfluß von körpergroßen Begriffen.
Der im Drehbuch geschilderte Plot spielt sich – über Assoziationen, Erinnerungen und Anteilnahme – lediglich in der Vorstellung des Lesers ab und stimuliert ihn durch direkte Rede.
Meine Blue Box verwandelt die Passage in einen überlagernden und komplexen Vorstellungsraum, obwohl und gerade weil das verwendete „Bildmaterial“ ganz linear und faktisch ist.

Ausführung
Der Drehbuchtext wird auf einer Großplotanlage auf Stoff gedruckt und als Wandbespannung (Profile unsichtbar) an der Wand befestigt. Der Fußboden wird mit einem blauen Teppich voll ausgelegt, die Decke ist weiß gestrichen.
Der Schriftzug „Copy“ besteht aus einzelnen Neonbuchstaben (Tiefe ca. 12 cm), die Begriffe „Trailer“ und „Analogbox“ sind als Folienbuchstaben auf senkrechten Lampenkörpern (Tiefe ca. 12 cm) geklebt.
„Pause“, „Rec“ und „OK?“ werden schabloniert direkt auf die Wand gemalt.


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Wandbespannung: Plottausdrucke auf B1-Nessel, vernäht, 3,4 x 8,8 m.
Schriftzug "OK?" Wandbemalung. Schriftzüg "Copy" und "Analogbox" Leuchtschriften.

Wandbespannung: Plottausdrucke auf B1-Nessel, vernäht, 3,4 x 3 m.
Schriftzüge "Rec" und "Pause" Wandbemalung. Schriftzüge "Trailor" und "Test" Leuchtschriften.