In „Immer wieder Zukunft; das Grossvaterparadoxon“ wetteifern Wahlparolen aus sechs Jahrzehnten BRD und DDR medial miteinander. Auf drei synchronisierten Video-Kanälen dokumentiert eine Montage der unterschiedlichsten Positionen den Mechanismus politischer Argumentation in Deutschland: sie ist zeitlos ungenau und dabei vorhersagbar repetitiv.
Die mangelnde Trennschärfe der Parolen ermöglicht aber die Vision eines rhythmischen, gesamtdeutschen Fließtextes als präzise Choreografie für den ferngesteuerten Reigen Untoter.
Eine vergleichende Auswahl von knapp 300 historischen deutschen Wahlplakatmotiven en miniature umschließen – thematisch geordnet – den Raum. Ein instabiles Großbanner – 4 x 52 m – verweist auf den am häufigsten gebrauchten Bestandteil deutscher Wahlkampfparolen überhaupt: den Begriff „Freiheit“.
Zeitgleich zu dieser Installation im Frankfurter Kunstverein wurden im Innenstadtraum Frankfurt die parteipolitischen Plakate zur Bundestagswahl 2009 ikonografisch ergänzt durch solche, die, statistisch ermittelt, über 60 Jahre hinweg, Wahlkampfparolen anhand der am häufigsten gebrauchten Begriffe, den Farben und den typografischen Merkmalen in Deutschlands Wahlkampfparolen präsentierten.