Mit der Reihe von per Stop-Motion erstellten, animierten Stilleben, haben wir 2013 begonnen.
Bislang sind folgende Videos abgeschlossen worden:
Sessel (2013)
Eine Beobachtung von „Zeit“ und ein Spiel mit ihrer Dauer.
Stillleben, schwarz (2014)
Krebs als natürlich zugefallene, häufig mit Tod verbundene Krankheit steht im Gegensatz zu einer zweiten Natur von Menschen, der ästhetischen und kosmetischen Selbstbestimmung. Eine zwischen beiden Naturen handelnde Person bleibt in unserem Video zwar selbst unsichtbar, ist jedoch im Ensemble der gezeigten Gegenstände eben durch ihren Umgang damit sowie der dokumentarischen Tonspur sehr wohl präsent: Geräusche wie Umhergehen, Fenster und Türen öffnen oder schließen sowie Geräusche aus dem Außenraum zeugen von ihrer Anwesenheit in einem realen Raum. 
Einem realen Krankheitsfortschritt widerspricht im Video der Wille zur ästhetischen Selbstbestimmung als Motiv der Wiederholung. Ebenfalls werden immer wieder vergleichbare Objekt-Ordnungen ästhetisch neu arrangiert, die in ihrer Gesamtheit und Herkunft den verborgenen Körper durch Accessoires als durchschnittliche, nicht auffällige Person kennzeichnen. Die Gegenstände entstammen einer zeitgenössischen Warenwelt. 
Gegenüber klassischen Bildordnungen und Motivgeschichten kehrt unser Video die übliche Blickachse aber um; sie weist nicht auf eine bestimmte Person und deren Charakterisierung, sondern von ihr weg auf verallgemeinerbare Zusammenhänge: Auf objektivierbare Daten eines Körpers, durch die dieser – nicht nur der Krankheit sondern auch deren Beobachtung wegen – ausgeliefert ist und seinem zwar sicheren, aber nicht gezeigten Ende zustrebt. Dem widerspricht die Ästhetik (: Sterben tun immer die Anderen, übrigens). So gesehen ist unser Video ein Negativ und ein Negativum zugleich.
Stillleben, weiß (2015)
Ausgehend von klassischen Stillleben in der europäischen Malerei, führt unser „Stillleben, weiß“ die Themen Kommunikation und Konversation nicht anhand von Dialogen sondern anhand von Handlungen unsichtbarer Akteure vor. Gegenstände vertreten hierbei offenbar vier Protagonisten und es entwickelt sich ein zwar interaktiver, aber nur an Spuren ablesbarer Diskurs über Konversation und Konventionen. Die im Hintergrund zu hörenden Gesprächsfetzen bleiben dabei unverständlich, während die Geräusche, die sich aus konkreten Handlungen ergeben, identifizierbar sind, schließlich aber in der allgemeinen Geräuschkulisse aufgehen.
Stillleben, gelb I (2017-19) Stillleben, gelb II (2019)
Die Projektion der zweiteiligen Video-Arbeit „Stillleben, gelb“ präsentiert die beiden unterschiedlichen Standpunkte, die eingenommen werden, wenn heute eine Vase mit einem Strauß voller Sonnenblumen betrachtet wird: Kann man diesen noch solitär sehen oder wird bereits ein Exemplar der mittlerweile weltweit medial verfügbaren Gemälde der „Sonnenblumen“ von Vincent van Gogh erinnert? Gibt es also noch eine künstlerische Möglichkeit „Beobachtung zu beobachten“ oder ist bereits jede Beobachtung „evaluierend“? Führen diese Positionen zu präziseren Bildern oder können Bilder und Konventionen auch fehllaufen bzw. gar „stottern“? Während der erste Teil der Projektionen den Zyklus von Werden und Vergehen im Zeitraffer wiedergibt, widmet sich der Zweite den vielfältigen Aneignungsformen des Sonnenblumen-Motivs, seiner Geschichte und seiner Verwertung.
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