Speziell und allgemein

Die Supplemente zu Erika Stix, Die Geschichte der Döberitzer Heide, verstehen sich explizit nicht als Fortsetzung der von Stix (1934–2011) publizierten Archiv-Recherchen, die sie von 1999 bis Februar 2011 in neun Folgen im Selbstverlag herausgegeben hat, sondern sie untersuchen die Archivlage zu Döberitz in Privatsammlungen und im öffentlichen Angebot von Döberitz-Belegen via Internet, in Auktionshäusern und Tauschbörsen, sowie in der Fama immer noch viriler Döberitz-Legenden. In der Unterschiedlichkeit des einerseits in der Aktenlage zu findenden Materials zu jenem, das andererseits in den Foren und Communities diskutiert wird, scheint es hilfreich zu sein, die gesicherten Dokumente der Archive mit denen der privaten Historie zu komplementieren. Zu einseitig verläuft die historische Definitionsgrenze noch zwischen den öffentlich archivierten Akten und jenen, die – immer noch der Regionalgeschichte zugeschrieben – privatere Einblicke in historisches Geschehen liefern. Und zu deutlich ist die Geschichtsarbeit noch deduktiv aus dem Allgemeinen zu lesen, als dass – bis auf Einzelfälle – Spezielles erkannt wäre als dessen signikifanter Teilhaber. Dies folgt der sozialgeschichtlichen Ausrichtung der Stix'schen späteren Hefte, die bereits der Rezeption dessen gewidmet waren, was kulturhistorisch mit und in Döberitz geschah. Die Fortsetzung der Arbeit gilt also den Inhalten und fühlt sich ihnen und Erkia Stix verpflichtet.

Damit ist aber offenkundig, dass die Kritik jeder Archivalie zeitgleich mit deren Abfassung entsteht. Noch nie in irgendeiner Geschichte hat also etwas stattgefunden, von dem zur gleichen Zeit andere als offiziell Beteiligte nicht auch etwas gewusst hätten.

10.02.2011
Martrin Conrath

Vorwort
Inhalte
Editionshinweise
Geschichtlicher Überblick